Pflichtbereich Stadt Ried

 

 kurz notiert
Bundesland Oberösterreich
Politischer Bezirk Ried im Innkreis
Fläche 6,77 km2
Koordinaten 48° 13' N, 13° 29' O
Seehöhe 433 Meter
Einwohner 11.591
Bevölkerungsdichte 1.712 Einwohner / km2
 

 

Lage

Die Stadt Ried im Innkreis liegt in einer Bodensenke des Alpenvorlandes nördlich des Hausruckwaldes im Städtedreieck Salzburg/Linz/Passau in Oberösterreich und wird auch das Herz des Innviertel bezeichnet.

Der Name der Stadt leitet sich vom mittelhochdeutschen "Riet" (auch: Rieth, Reet, Rohr,..) ab und bedeutet "das an Ufern oder auf sumpfigem Gelände wachsende Schilfrohr".

Die Stadt Ried hat der derzeit ca. 11.600 Einwohner in 5.405 Haushalten, die in 2.777 Objekten leben. Verglichen mit dem relativ kleinen Stadtgebiet ergibt sich eine sehr hohe Bevölkerungsdichte von 1.712 Einwohnern pro Quadratkilometern. Durch diesen Wert, der z.B. deutlich über der Stadt Wels (rund 1.200 Einwohner je Quadratkilometer) liegt, ergeben sich für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Ried im Innkreis spezielle und eigene Herausforderungen.

Das Stadtgebiet wird durch die beiden Bäche Oberach und Breitsach von Süd nach Nord durchquert, die sich nördlich des Stadtzentrums zum Rieder Bach vereinen. Diese 2 Bäche verursachen oftmals Hochwassereinsätze.

Ried ist Standort eines Landesgerichts und dazugehöriger Justizanstalt, der Bezirkshauptmannschaft, der Kaserne des Panzergrenadierbataillons 13, sowie zahlreicher weiterer Ämter und Behörden.

In ganz Österreich ist die Stadt Ried auch durch den Fußball Bundesliga Klub SV Josko Fenster Ried bekannt.

 

Wirtschaftsstandort

Die Stadt liegt in der Mitte des politischen Bezirkes Ried im Innkreis und bildet auch dessen wirtschaftliches Zentrum. Dies zeigt auch die Anzahl von 800 registrierten Betrieben in der Stadt.

In Ried sind einige größere Firmen und Industriebetriebe beheimatet. Unter ihnen die Skifabrik Fischer, der Entwickler für Flugzeugkomponenten FACC, der Spezialmaschinenerzeuger Wintersteiger, die Möbelfabrik Team 7, der Sportbekleidungserzeuger Löffler und viele weitere Betriebe.

Im Pflichtbereich der FF Ried sind derzeit 132 Risikoobjekte registriert, darunter 3 Mineralöltanklager. Die Gefahr, die von solchen Objekten ausgehen kann, zeigte 2001 der Großbrand des Fett- und Ölwerks Eurol. (nachzulesen HIER)

Weiters befindet sich in Ried ein Schwerpunktkrankenhaus, dass ständig erweitert wird. Außerdem sind 2 große Pflegeheime im Stadtteil Riedberg vorhanden.

 

Schulstadt

Im Stadtgebiet sind 3 Volksschulen, 3 Hauptschulen, 1 Polytechnische Schule, 2 Gymnasien, 2 Berufschulen und 8 Berufsbildende höhere Schulen angesiedelt. Tagtäglich bedeutet dies mehrere tausende Schüler, die zur Schule und nach Hause pendeln oder in Internaten in der Stadt wohnen.

 

Messestadt

Bekannt ist die Stadt Ried vor allem durch die Rieder Messe. Für die Feuerwehr Ried bedeuten diverse Messeveranstaltungen immer wieder eine erhebliche Anzahl von Einsätzen. Besonders die alle 2 Jahre stattfindende internationale Landwirtschaftsmesse lässt die Einsatzstatistik laut Erfahrungswerten immer wieder ansteigen.

 

Verkehrsknotenpunkt

Die Stadt Ried ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt des Innviertels.

Die Innkreisautobahn A8 berührt das Stadtgebiet zwar nicht, die Zubringerstraßen B141 und B143 durchqueren jedoch das Stadtgebiet. Weiters durchqueren die Ober- und Unterinnviertler Landesstraßen die Stadt und bilden wichtige Ausfahrtsstraßen, unter anderem nach Salzburg. Diese Lage nutzen auch 2 große Speditionen, die in der Stadt einen Standort besitzen.

Der Bahnhof Ried bildet die Kreuzung der beiden Eisenbahnstrecken Neumarkt/Kallham-Braunau-München und Schärding-Attnang/Puchheim.

 

Stützpunktwesen

Durch die zentrale Lage der Stadt ist die Freiwillige Feuerwehr in Ried auch als Standort für Stützpunkte ideal geeignet.

Vom Landesfeuerwehrverband wurden ein Atemschutzfahrzeug (ASF) und das Öleinsatzfahrzeug (OEF) für den Bezirk Ried zur FF Ried verlagert. Das schwere Bergekranfahrzeug (KF-A) samt Begleitfahrzeug (LAST 1) sind für das gesamte Innviertel zuständig. Dazu kommt noch die Zuständigkeit der Drehleiter für den gesamten Bezirk Ried.

Außerdem besitzt die Feuerwehr Ried einen Tauch-, Höhenrettung und Wasserwehr-Stützpunkt, sowie die Stützpunkte für Atemluftfüllstation, Vollschutzanzüge, "TwinPack" Atemschutzgeräte und Wärmebildkamera.

 

Aus dieser Vielzahl von Zuständigkeiten lassen sich die Herausforderungen, die an die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Ried im Innkreis gestellt werden, sicherlich deutlich herauslesen.

 

 

Erklärung von Pflichtbereichsklassen

Pflichtbereichsklassen dienen dazu, Gemeinden nach Ihrem Gefahrpotenzial zu kategorisieren und dementsprechende Ausrüstungs- und Mannschaftsvorgaben für die eingeteilte(n) Feuerwehr(en) zu setzen.

Die Stadt Ried befindet sich in der Pflichtbereichsklasse 5B.

Die Einteilung, welche Gemeinde in welche Klasse fällt, und wie die Feuerwehren folglich auszurüsten sind, ist gesetzlich geregelt.

Auszug aus der oö. Brandbekämpfungsverordnung (OÖ BBV 1985):

§ 13 (1):

Zur Bestimmung der Mindestmannschaftsstärke und der Mindestausrüstung der Feuerwehrkräfte im Pflichtbereich (§ 18 der O.ö. Feuerpolizeiordnung) werden die Pflichtbereichsgemeinden nach der Einwohnerzahl sowie der geographischen Lage, nach der Art und Weise sowie Dichte der Bebauung, nach der Gebäudenutzung, nach der Brandgefährlichkeit von Objekten, Betrieben und Anlag im Pflichtbereich, nach der verkehrsmäßigen Aufschließung und schließlich nach den Löschwasserverhältnissen in Pflichtbereichsklassen  (Klassen) und gegebenenfalls in Gruppen eingeteilt.

§ 13 (2):

In welche Klasse eine Pflichtbereichsgemeinde fällt, ergibt sich aus der Anzahl der ständig genutzten Gebäude und der nach der letzten Volkszählung ermittelten Einwohnerzahl. Ergeben sich nach der Gebäudezahl und nach der Einwohnerzahl verschiedene Klassen, so fällt die Pflichtbereichsgemeinde in die jeweils höhere Klasse:

Klasse 1 bis
bis 
200
1.000
Gebäude
Einwohner 
Klasse 2 201 bis
1.001 bis 
500
2.500
Gebäude
Einwohner 
Klasse 3 501 bis
2.501 bis 
1.000
5.000
Gebäude
Einwohner 
Klasse 4 1.001 bis
5.001 bis 
2.000
10.000
Gebäude
Einwohner 
Klasse 5 2.001 bis
10.001 bis 
3.000
20.000
Gebäude
Einwohner 
Klasse 6 3.001 bis
20.001 bis 
5.000
30.000
Gebäude
Einwohner 
Klasse 7 5.001 bis
30.001 bis 
15.000
150.000
Gebäude
Einwohner 
Klasse 8 über
über 
15.000
150.000 
Gebäude
Einwohner 

§ 13 (3)

Die Pflichtbereichsgemeinden der Klassen 1 bis 7 werden entsprechend den im Abs. 1 genannten Merkmalen nach folgenden Gesichtspunkten in die Gruppen A und B eingeteilt:

Gruppe A: 
Alle Pflichtbereichsgemeinden, bei denen die folgenden Gesichtspunkte überwiegend erfüllt sind:
Geringe Höhenunterschiede, geringe Bebauungsdichte, keine intensive Gebäudenutzung, Objekte, Betriebe und Anlagen ohne besondere Brandgefährdung, gute verkehrsmäßige Aufschließung und ganzjährig gesicherte Löschwasserversorgung. 

Gruppe B:
Alle nicht in Gruppe A fallenden Pflichtbereichsgemeinden.

 

 


 
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