Im Februar 2026 konnte die Freiwillige Feuerwehr Ried im Innkreis nach knapp mehr als einem Jahr Lieferzeit das neue Wechselladefahrzeug mit Kran (WLF-K1) in Empfang nehmen. Gebaut wurde das Fahrzeug von der Fa. MAN sowie Fa. Kuhn Ladetechnik. Dieses Wechselladefahrzeug ersetzt damit das 26 Jahre alte Vorgängermodell und steht ab sofort im Dienst der Rieder Bevölkerung.
Ein Wechselladefahrzeug, ist ein vielseitiges Logistik- und Einsatzfahrzeug mit Hakengerät zum Transport unterschiedlicher Abrollbehälter. Es dient als flexible Plattform für eine Vielzahl von Einsatzlagen. Das neue WLF-K1 wird weiterhin unter dem Funkrufnamen Last 4 Ried im Einsatz stehen.
Fahrzeug:
Als Trägerfahrzeug für das neue Einsatzfahrzeug dient ein MAN TGS 35.480. Der moderne Euro-6-Motor bringt mit seinen 480 PS die nötige Leistung zuverlässig auf die Straße und stellt auch unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen ausreichend Kraftreserven zur Verfügung.
Ein perfekt abgestimmtes automatisiertes 12-Gang-Schaltgetriebe erleichtert den Maschinisten die Fahrt zum Einsatzort erheblich und sorgt für ein sicheres sowie komfortables Vorankommen der Einsatzkräfte. Das Fahrzeug weist ein Eigengewicht von rund 18 Tonnen auf und verfügt über ein maximal zulässiges Gesamtgewicht von 32 Tonnen.
Die spezielle Tridem-Achskonfiguration ermöglicht bei hoher Nutzlast eine optimale Gewichtsverteilung. Zusätzlich sorgt die gelenkte Nachlaufachse für eine ausgezeichnete Wendigkeit, wodurch selbst enge Innenstadtbereiche und schmale Siedlungsstraßen problemlos befahren werden können.
Die Vielzahl der mittlerweile serienmäßigen Sicherheitssystemen unterstützen den Fahrer aktiv und erhöht die Sicherheit im Einsatzbetrieb deutlich. Die Fahrerkabine ist modern und ergonomisch gestaltet. Ein Multifunktionslenkrad sowie eine leistungsstarke Klimaanlage tragen zusätzlich zum Komfort bei.
Ladekran:
Hinter dem Fahrerhaus befindet sich der Ladekran vom Typ Palfinger PK 250 TEC. Dieses leistungsstarke Gerät ermöglicht ein breites Einsatzspektrum für das neue Fahrzeug und gewährleistet ein sicheres sowie präzises Arbeiten auch unter schwierigen Bedingungen. Die Bedienung erfolgt komfortabel über eine Funkfernsteuerung. Dadurch hat der Bediener die Last jederzeit optimal im Blick und kann feinfühlig sowie sicher arbeiten.
Die maximale Hubkraft beträgt 6 Tonnen. Selbst bei voller Ausladung von 17,5 Metern können noch Lasten von bis zu 820 Kilogramm bewegt werden. Dank der sechs hydraulischen Ausschübe wird eine beachtliche Hakenhöhe von rund 21 Metern erreicht.
Der Ladekran ist bereits für verschiedene Anbaugeräte vorbereitet. Eine zukünftige Erweiterung, beispielsweise durch einen Personenkorb, kann ohne größeren Aufwand realisiert werden. Aktuell stehen ein hydraulischer Rotatorhaken sowie ein Schüttgutgreifer zur Verfügung. Ein besonderes Ausstattungsmerkmal stellt der integrierte Personensicherungsmodus dar. Dieser ermöglicht es, Einsatzkräfte bei Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen – etwa auf Hausdächern – mittels des Krans zuverlässig zu sichern.
Abrollkipper / Hakengerät:
Der Abrollkipper, ebenfalls von der Firma Palfinger, ist mit einem Schub- und Knickarm ausgestattet, der eine größtmögliche Flexibilität bei der Aufnahme verschiedener Containerarten ermöglicht.
Die maximale Hubkraft beträgt 20 Tonnen. Die Steuerung des Abrollkippers kann entweder kabelgebunden direkt vom Fahrersitz aus erfolgen oder über eine Funkfernbedienung. Letztere erlaubt es dem Bediener, das Fahrzeug zu verlassen und den Hubvorgang sicher neben dem Fahrzeug zu überwachen, wodurch maximale Kontrolle und Sicherheit gewährleistet sind.
Seilwinde:
Die Einbauseilwinde stammt von der Firma Rotzler und handelt es sich um eine leistungsstarke Treibmatic-Seilwinde. Sie bietet eine durchgehende Zugkraft von 8 Tonnen auf eine Seillänge von 90 Metern.
Durch Einscheren des Seiles über eine Umlenkrolle kann die Zugkraft auf bis zu 16 Tonnen erhöht werden. Die Seilwinde kommt sowohl für selbstständige Fahrzeugbergungen als auch zur Unterstützung bei technischen Einsätzen mit dem Kranfahrzeug zum Einsatz, wodurch sie die Vielseitigkeit des Einsatzfahrzeugs erheblich erweitert.
Allgemein:
Eine der primären Aufgaben wird sein, gemeinsam mit dem schweren Kranfahrzeug technische Hilfeleistungen durchzuführen. Als Kranbegleitfahrzeug wird standardmäßig der Abrollcontainer Rüst, ausgestattet mit Anschlagmitteln und Unterleghölzern, aufgesattelt sein. Das vor vielen Jahren gestartete Wechsellader-, Logistik- und Containerkonzept der FF Ried wird somit erfolgreich fortgesetzt. Ein besonderer Dank gilt der Arbeitsgruppe, die federführend aus Michael Eicher und Benjamin Läng sowie Tobias Bachinger, Mathias Gruber und Manuel Schnaitl bestand. Diese Kameraden waren nicht nur im Vorfeld für Planung und Abwicklung dieses Projekts verantwortlich, sondern führen auch die internen Fahrzeugeinschulungen aller weiteren Einsatzkräfte durch.
Die Finanzierung dieses Fahrzeuges wurde durch verschiedene Förderungen – durch das Land Oberösterreich, das Landesfeuerwehrkommando sowie den Landeskatastrophenschutz – unterstützt. Den Großteil der Anschaffungskosten wurde durch Eigenmittel der Stadtgemeinde Ried gedeckt. Besonderer Dank gilt der Politik und den Mitarbeitern der Stadtgemeinde für die stets hervorragende Unterstützung und diese große Investition in die Sicherheit unserer Stadt.