Chronik

Auszug aus der Chronik der FF Ried im Innkreis

Am 12. Februar 1866 wurde die Satzung für die FF Ried von der k.k. Statthalterei genehmigt. Die Geschichte unserer Wehr beginnt aber bereits im Jahre 1846, als der Buchdrucker Norbert Kränzl das Vereinsturnen in Ried einführte und aus der Turner­runde heraus zugleich eine Turnerfeuerwehr - zweifellos die erste in Österreich - bildete.
Am 10. September 1865 veranlaßte der damalige Bürgermeister Anton Stockhammer eine Vereinsversammlung des Turnvereines. Dabei ersuchte er die Mitglieder der Turnerfeuerwehr in Zukunft unter der Bezeichnung „Freiwillige Feuerwehr Ried" zu wirken. Spontan meldeten sich 28 Turner dazu bereit.

Am 21. April 1866 hielt die Stadtgemeinde im Rathaus eine Bürgerversammlung ab, um aus allen Schichten der Bevölkerung Männer für die Feuerwehr zu gewinnen. Gleichzeit wurden die ersten Wahlen abgehalten. Als Hauptmann wurde der k.k. Bau-Eleve Ludwig Reiter gewählt.
Von 1868 bis 1870 war der Nagelschmiedemeister Michael Haßreidter Kommandant der Feuerwehr
Schon 1869 bewährte sich die Wehr aufs beste, als bei stürmischem Westwind die Häuser Hauptplatz 4 - 12 brannten und durch geschickte Löschmaßnahmen eine noch größere Katastrophe verhindert werden konnte.

In den folgenden Jahren wurden bessere Löschgeräte, Pumpen und Fahrleitern an­geschafft. Dazu nahm die Feuerwehr bei ihren eigenen Mitgliedern unverzinsliche Darlehen auf. Viele Gläubiger verzichteten aber später auf die Rückzahlung des Kre­dites. Die Stadtgemeinde baute im Jahre 1877 im Hause Stelzhamerplatz 10 zwei Feuerwehrzeugstätten, die bis 1953 von der FF Ried benützt wurden.

Die FF Ried wies zu dieser Zeit nachstehende Gliederung auf:

* Steigerabteilung mit 3 Zügen
* Spritzenabteilung mit 4 Zügen
* Retterabteilung mit 3 Zügen
* Schutzmannschaft mit 2 Zügen und
* Werkleute mit 1 Zug

Die Steigerabteilung führte den Löschangriff durch und transportierte auch die dazu notwendigen Leitern im Mannschaftszug. Auffallend ist die reichhaltige Ausrüstung mit Leitern. Sie waren nicht allein für den Löschangriff gedacht, sondern auch zur Rettung der Bewohner notwendig, weil die Holzstiegen nicht mehr benutzt werden konnten.

Die Spritzenabteilung war zahlenmäßig die stärkste Abteilung, weil damals noch kein Hydrantennetz zur Verfügung stand und somit die Löschwasserbringung die schwie­rigste Aufgabe war. Die Retterabteilung war mit Rutsch- und Sprungtüchern ausge­rüstet und versah den Sanitätsdienst am Brandplatz. Die Schutzmannschaft hatte den Brandplatz abzusperren und Meldungen zu überbringen. Die Werkleute, durch­wegs Angehörige von Bauberufen, leisteten technische Hilfe.

Die Alarmierung erfolgt bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts durch den Turmwäch­ter der Stadtpfarrkirche.
Auf Haßreidter folgte bis 1881 der Zinngießermeister Fridolin Krausmann als Haupt­mann nach. Bis 1890 war Buchbindermeister Carl Bock Chef der Freiwilligen Feuer­wehr der Stadt Ried. 20 Jahre lang, bis 1910 war dann Schlossermeister Carl Thal­hammer Hauptmann der Wehr. Er wurde wegen seiner Verdienste um die Stadt auch zum Ehrenbürger ernannt. Die Stadt Ried baute ihm für sein Wirken auch ein Feuer­wehrgrabmal im damals neuen Städtischen Friedhof. Dieses Grabmal wurde im Jahre 1966 zur Feuerwehr-Gedenkstätte umgestaltet. Seit 1902 marschiert die FF Ried auch jährlich am Allerheiligentag abends zu einer Gedenkfeier zu diesem Eh­renmal.

Während der schwierigen Zeit des 1. Weltkrieges, bis zum Jahr 1923, war Bäcker­meister Franz Steingreß Kommandant. Im Jahre 1916 waren bereits 120 Männer der Feuerwehr einberufen, so dass eine Brandbekämpfung sehr erschwert war. Er wurde vom Uhrmachermeister Max Dachauer abgelöst. Während seiner Periode wurde die 1. Autospritze angekauft. Die Schlagkraft der Wehr hat sich damit wesentlich verbes­sert. Dieses Löschfahrzeug, nach dem damaligen Kommandanten „Max" benannt, ist auch heute noch im Besitz der FF Ried und im Schauraum des Feuerwehrhauses in der Brucknerstraße ausgestellt.

Von 1931 bis 1945 war der Gärtnermeister Anton Kirchtag Wehrführer. Die Pro­bleme, die bereits im 1. Weltkrieg mit den Einberufungen aufgetreten sind, gab es auch jetzt wieder. Ab 1944 mussten Mitglieder der „Hitler-Jugend" im Alter von 15 bis 17 Jahren die Lücken innerhalb der Feuerwehr füllen.

Bis 1947 leitete Buchbindermeister Karl Gruber die Geschicke der Wehr. Es fehlte nicht nur an Ausrüstung, auch das Feuerwehrhaus war von Kriegsgefangenen ver­wüstet worden. 1947 übernahm der Limonadenerzeuger Karl Heitzinger die Kom­mandantenstelle, die er bis zu seiner Wahl als Bezirkskommandant im Jahre 1953 inne hatte.

Ihm folgte der Kaufmann Hans Winklmayr nach. Das ausgebaute Zeughaus am Marktplatz wurde bezogen. Winklmayr führte eine tiefgreifende Umgliederung der FF Ried durch. Die einzelnen externen Löschzüge wurden alle im zentralen Feuerwehrhaus vereinigt. Die Feuerwehr Ried hatte zu dieser Zeit bereits 8 Motorfahrzeuge im Einsatz.

1971, nach dem plötzlichen Ableben von Hans Winklmayr, wurde sein langjähriger Stellvertreter, Bezirks-Rauchfangkehrermeister Max Asanger, zum Kommandanten gewählt. Unter seiner Ära wurde eine Taucher-, die Atemschutz- und eine Jugend­gruppe gegründet. 1983 übernahm Betriebsleiter Walter Beham die Kommandanten­stelle. Während seiner Dienstzeit wurde der Fahrzeugpark teilweise erneuert und vor allem das neue Feuerwehrhaus in der Brucknerstraße errichtet. Beham hat auch das Alarmie­rungssystem auf Pager umgestellt und eine ständige Besetzung der Einsatzzentrale eingeführt.

1998 wurde der Friseurmeister Franz Blaschke zum Kommandanten der FF Ried gewählt.
Der Höhepunkt des Jahres 1998 war die Durchführung des Landesfeuerwehr-leistungsbewerbes in Ried i.I.
2003 trat Blaschke nicht mehr zur Neuwahl an.

In diesem Zeitraum wurden zahlreiche neue Einsatzfahrzeuge in den Dienst gestellt. Dies waren: KRFS-A, KDO 1, Kran, Last 1 und Last 2.
2003 wurde der Angestellte der Energie Ried, Anton Stangel zum Kommandanten gewählt.

 


 
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